Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Stralsund

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Inhalt: Schleuse und Wehr Rostock

Die Staustufe der Warnow am Mühlendamm in Rostock -bestehend aus Schleuse und Wehr- wurde im Jahr 1887 errichtet. Dabei handelte es sich um ein Teilprojekt der Anbindung der Hansestadt Rostock an die Großstadt Berlin mit dem Binnenschiff. Auch wenn das Großprojekt letztlich nicht vollendet wurde, fand bis in die 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts Frachtschifffahrt auf der Warnow bis Bützow sowie dem dort von der Warnow abzweigenden Bützow-Güstrow-Kanal statt. Der Kanal war ebenfalls Teil des Großprojektes und wurde im Jahr 1896 dem Verkehr übergeben. Der Höhenunterschied an der Staustufe beträgt zwischen Ober- und Unterwasser im Mittel 26 cm. Auf Grund der erheblichen Wasserspiegelschwankungen im Unterwasser dient die Staustufe heute in erster Linie dem seeseitigen Hoch- und in dem Zusammenhang auch dem Trinkwasserschutz.

Schleuse

Auf Grund der Lage der Staustufe zwischen Binnenland und Küstengewässer kann der seeseitiSchleuse Rostock im Juli 2011ge Wasserstand sowohl unter- als auch oberhalb des binnenseitigen Wasserstandes liegen. Um unter allen denkbaren Bedingungen Fahrzeuge schleusen zu können, wurde die Schleuse mit zweiseitig stemmenden Toren ausgestattet. Die Kammerlänge der Schleuse beträgt 52,30 m, die Kammerbreite 6,60 m.


Am 01.Oktober 2011 wurde die Schleuse am Mühlendamm in Rostock in der Bundeswasserstraße Warnow gesperrt, Grund sind umfangreiche Baumaßnahmen der Hansestadt Rostock zur Erneuerung der Brücke über die Schleuse am Mühlendamm. Im Zuge des Neubaus der Brücke wurden die bisherige Brücke sowie deren Widerlager vollständig abgebrochen. Notwendig wurde die Erneuerung der Brücke (mit Schleusensperrung) auf Grund der nicht mehr gewährleisteten Tragfähigkeit des bisherigen Brückenbauwerks.
Während der Baumaßnahmen der Hansestadt Rostock wird der Straßenverkehr über eine Behelfsbrücke über die Schleuse verlaufend umgeleitet. Komplizierte Baubedingungen vor Ort ließen eine Beibehaltung der derzeitigen Durchfahrtshöhe während des Baubetriebs nicht zu und machten die Sperrung der Schleuse bereits zu Beginn der Maßnahme notwendig.


Auf Grund des schlechten baulichen Zustandes der Schleuse müßten nach Abschluss der Brückenbauarbeiten umfangreiche Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden, die einer sofortigen Wiederinbetriebnahme nach Fertigstellung der neuen Brücke entgegen stehen. Darüber hinaus ist eine Besetzung der Schleuse mit Bedienpersonal aus Kapazitätsgründen zukünftig nicht mehr möglich. Daher könnte ein Betrieb der Schleuse zudem erst nach dem Umbau auf eine Selbstbedienung durch den Nutzer erfolgen.
Auf Grund der angespannten Haushaltslage des Bundes einerseits und im Lichte der Bedeutung der Schleuse für die Güterschifffahrt bzw. für den allgemeinen Schiffsverkehr andererseits kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Schleuse auch nach Abschluss der Brückenbauarbeiten mangels ausreichender Haushaltsmittel bis auf weiteres außer Betrieb bleibt.


Wehr

Beim Wehr handelt es sich um ein 4-feldriges Wehr mit unterströmten Schützen. Die Steuerung des Wehres erfolgt automatisiert und in Abhängigkeit der Wasserstände im Ober- und Unterwasser. Um das Eindringen von Salzwasser im seeseitigen Hochwasserfall auszuschließen, schließen die Schütze sobald die Differenz zwischen Ober- und Unterwasser weniger als 6 cm beträgt. Im geöffneten Zustand ist das Wehr fischdurchgängig, so dass Fische problemlos zwischen Ober- und Unterwarnow wandern können. Das Wehr wurde in den vergangenen Jahren schrittweise saniert. Bei den letzten im Jahr 2012 abgeschlossenen Arbeiten wurden die Flügelwände ertüchtigt.

Der Bund ist seit Jahren bemüht, sowohl das Wehr als auch die Schleuse an das Land Mecklenburg-Vorpommern bzw. die Hansestadt Rostock abzugeben.